Besorgnis über rückläufige Schülerzahlen in Heiligenhafen

In der Ausgabe der Heiligenhafener Post vom 15.03.2013 wird von der Sorge des Bürgermeisters über den Schulstandort Heiligenhafen berichtet. Im Vergleich zum Vorjahr mit 63 Neuzugängen für die Warderschule im August 2012 seien für den August dieses Jahres nur 40 Neuanmeldungen eingegangen. 
Die Stadt zahlt ca. 290.000 € Schulkosten an benachbarte Gemeinden für Heiligenhafener Schülerinnen und Schüler, die an anderen Schulen unterrichtet werden.
Die SPD-Mitglieder Marion Bansemer und Monika Steuck stellen sich die Frage nach der Ursache der rückgängigen Anmeldungen. 
Ein sicherlich nicht unwesentlicher Grund ist der Wasserschaden in den Neubauten der Warderschule. Seit den Herbstferien letzten Jahres, also seit  5 Monaten, können diese Räume nicht genutzt werden, was zu einer nicht unerheblichen Belastung für Schülerinnen und Schüler und auch Lehrerinnen und Lehrer führt. 
Ein definitiver Termin für den Wiederbezug der neuen Klassenräume steht noch nicht fest. Diese Belastung  des Schulbetriebs ist sicherlich bei den Eltern der jetzigen Viertklässler, den potenziellen Neuzugängen im August dieses Jahres, nicht unbekannt und hat hier auch die Schulwahl möglicherweise mitbeeinflusst. 
Wir wissen aber, dass die Stadt alles daran setzt, dass die neuen Räume so schnell wie möglich wieder bezugsfertig werden und diese Belastungen des Schulbetriebs bald ein Ende haben. 
Marion Bansemer und Monika Steuck sind der Überzeugung, dass die Klärung haftungsrechtlicher Fragen - wer für die Kosten aufkommt - die Stadt nicht daran hindert, die Sanierung des Neubaus mit Nachdruck zu betreiben.
Von großem Interesse sind aber noch weitere uns nicht bekannte Gründe für den Rückgang der Neuanmeldungen an der Warderschule. 
Die fehlende Möglichkeit, in Heiligenhafen das Abitur zu erlangen, kann kein stichhaltiger Grund sein, weil bei einem entsprechenden Notendurchschnitt in der 10. Klasse, jeder Schüler an das Berufliche Gymnasium in Oldenburg oder an die Gemeinschaftsschule in Burg auf Fehmarn wechseln kann, um dort das Abitur abzulegen.


Jedem Heiligenhafener Regionalschüler sind bei entsprechendem Leistungsstand Tür und Tor geöffnet, um das Abitur abzulegen und damit auch die allgemeine (also nicht eingeschränkte) Hochschulreife zu erlangen. Das bedeutet aber auch, den Status des Fahrschülers muss man erst in Klasse 11 auf sich nehmen. Marion Bansemer: „Der Erhalt der Sekundarstufe I mit der Regionalschule in Heiligenhafen und die von der Landesregierung geplante Umwandlung in eine Gemeinschaftsschule hat für uns oberste Priorität!“ Zweifel am Fortbestand der Warderschule verunsichern gerade junge Familien, die auch von anderen Gemeinden umworben werden. Die Schulsituation am Ort ist für junge Menschen, die an eine Familiengründung denken oder noch nicht schulpflichtige Kinder haben, ein wesentliches Kriterium für die Wahl des Wohnortes.



Dr. med. Theodor Siebel  (Vorsitzender und Pressesprecher)